Bengalkatze
lebhafte „Leoparden“ mit viel Energie
Wer zum ersten Mal einer Bengalkatze begegnet, ist meist von ihrem auffälligen Fell im Leopardenlook beeindruckt. Doch hinter dem exotischen Aussehen steckt eine aktive und intelligente Katze, bei der die Verwandtschaft zu ihren Wildkatzenvorfahren noch deutlich spürbar sein kann. Bengalen sind neugierig, bewegungsfreudig und ausgesprochen unternehmungslustig und benötigen daher eine Haltung, die ihren besonderen Bedürfnissen gerecht wird.

Herkunft und Aussehen
Die Bengalkatze, auch Bengal, Bengalesen oder Leopardette genannt, hat das äußere Erscheinungsbild einer kleinen Wildkatze. Ihr markantes Fell hat sie von asiatischen Wildkatzen geerbt und ist meist kurz, dicht, sehr weich und seidig glänzend. Typisch sind der bekannte Leopardenlook mit gefleckten oder getupften Zeichnungen sowie marmorierte Fellvarianten. Laut Rassestandard sollte die Zeichnung einen deutlichen Kontrast zur Grundfarbe haben.
Bengalkatzen haben einen schlanken, muskulösen und sportlichen Körperbau mit langen Beinen. Die Hinterbeine sind etwas länger als die Vorderbeine, was zu ihrer ausgezeichneten Sprungkraft beiträgt. Der Schwanz ist am Ansatz kräftiger und verjüngt sich zu einer abgerundeten Spitze. Insgesamt wirken Bengalen ausgesprochen athletisch.
Charakter
Der Charakter der Bengalkatze lässt sich nicht pauschal beschreiben. Einige Bengalen entsprechen in ihrem Wesen weitgehend einer normalen Hauskatze, während bei anderen die Wildkatze noch deutlich zum Vorschein kommt. Sie sind sehr neugierig, mutig und unerschrocken und erkunden ihre Umgebung mit großer Aufmerksamkeit.
Eine Besonderheit dieser Katzen ist ihre Begeisterung für Wasser. Anders als viele andere Katzenrassen sind Bengalen häufig nicht wasserscheu und spielen sogar gerne mit Wasser. Auch ihr Jagdinstinkt ist meist stark ausgeprägt. Sie bringen viel Energie mit, spielen, springen und klettern gerne und benötigen daher abwechslungsreiche Beschäftigung.
Trotz ihres temperamentvollen Wesens können Bengalen sehr anhänglich sein. Sie folgen ihren Menschen gerne durch die Wohnung, damit ihnen nichts entgeht, und kommunizieren häufig mit Miau- und Gurrgeräuschen. Aufgrund ihres starken Bewegungsdrangs und ihrer ausgeprägten Neugier sind sie allerdings keine Katzen für ein ruhiges Zuhause, in dem wenig Abwechslung geboten wird.
Pflege
Das kurze, dichte Fell der Bengalkatze ist pflegeleicht. Die reinlichen Katzen halten ihr Fell in der Regel selbst sauber, gelegentliches Bürsten reicht daher meist aus. Viel wichtiger als aufwendige Fellpflege ist eine abwechslungsreiche Beschäftigung, die dem hohen Bewegungs- und Erkundungsdrang der Bengalkatze gerecht wird.
Wer sich eine Bengalkatze zulegen möchte, sollte sich der besonderen Anforderungen und möglichen Risiken bewusst sein. Häufig zeigt sich erst im Erwachsenenalter, wie stark die Wildkatze im Charakter des einzelnen Tieres zum Vorschein kommt. Auch gesundheitliche Probleme können bei der Rasse auftreten. Daher sollte man sich vor der Anschaffung ausführlich über Herkunft, Zucht und Charakter der jeweiligen Tiere informieren und ein Bengalkätzchen nur bei einem verantwortungsvollen und seriösen Züchter kaufen.
Britisch Kurzhaar
ruhige Familienkatzen mit britischem Charme
Die Britisch Kurzhaar gehört zu den beliebtesten Katzenrassen der Welt. Mit ihrem kräftigen Körperbau, dem dichten Plüschfell und ihrem freundlichen Gesichtsausdruck wirkt sie wie ein lebendiges Stofftier. Doch hinter ihrem gemütlichen Erscheinungsbild steckt eine selbstbewusste, intelligente und ausgeglichene Katze, die für ihre Gelassenheit bekannt ist.

Herkunft und Aussehen
Die Britisch Kurzhaar zählt zu den ältesten Katzenrassen Europas. Ihre Vorfahren gelangten vermutlich bereits mit den Römern nach Großbritannien und entwickelten sich dort über viele Jahrhunderte zu robusten Hauskatzen. Im 19. Jahrhundert begann die gezielte Zucht, wodurch die Britisch Kurzhaar zu einer der ersten offiziell anerkannten Katzenrassen wurde.
Typisch für die Rasse sind der kräftige, muskulöse Körper, die breiten Schultern, der runde Kopf mit den ausgeprägten Wangen und die großen, runden Augen. Besonders bekannt ist die Farbe „Blau“, doch inzwischen gibt es die Britisch Kurzhaar in einer Vielzahl von Farben und Zeichnungen. Ihr kurzes, dichtes Fell fühlt sich außergewöhnlich weich und plüschig an und schützt sie zuverlässig vor Kälte.
Charakter
Britisch-Kurzhaar-Katzen sind ruhige und ausgeglichene Begleiter, die sich schnell an unterschiedliche Lebenssituationen anpassen. Sie suchen die Nähe ihrer Menschen, ohne ständig Aufmerksamkeit einzufordern, und genießen gemeinsame Zeit ebenso wie ruhige Stunden für sich allein.
Sie spielen gerne und sind neugierig, bleiben dabei aber meist besonnen und wenig hektisch. Viele Britisch Kurzhaar beobachten das Geschehen lieber aus sicherer Entfernung, bevor sie sich beteiligen. Durch ihr freundliches Wesen kommen sie in der Regel gut mit Kindern, anderen Katzen und Hunden zurecht, wenn sie behutsam aneinander gewöhnt werden. Ob als Wohnungskatze oder mit gesichertem Freigang – die Britisch Kurzhaar fühlt sich überall wohl, solange sie ausreichend Beschäftigung, Klettermöglichkeiten und die Gesellschaft ihrer Menschen oder eines passenden Artgenossen hat.
Pflege
Das kurze, dichte Fell ist ausgesprochen pflegeleicht und muss meist nur gelegentlich gebürstet werden. Während des Fellwechsels hilft regelmäßiges Bürsten dabei, lose Haare zu entfernen und die Bildung von Haarballen zu reduzieren.
Auch bei der Britisch Kurzhaar können erblich bedingte Erkrankungen wie die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) oder die polyzystische Nierenerkrankung (PKD) auftreten. Verantwortungsbewusste Züchter lassen ihre Tiere gesundheitlich untersuchen und achten auf eine sorgfältige Auswahl der Zuchttiere. Daher sollte man sein Britisch-Kurzhaar-Kätzchen nur bei einem seriösen und verantwortungsvollen Züchter kaufen.
Britisch Langhaar
gelassene Schmusekatzen mit luxuriösem Fell
Die Britisch Langhaar (BLH) beeindruckt auf den ersten Blick mit ihrem üppigen, seidigen Fell, den großen, runden Augen und ihrem ruhigen, ausgeglichenen Wesen. Sie vereint die Gelassenheit der Britisch Kurzhaar mit einem besonders eleganten Erscheinungsbild. Trotz ihres majestätischen Aussehens ist sie eine unkomplizierte, anhängliche Familienkatze, die die Nähe zu ihren Menschen genießt, ohne aufdringlich zu sein.

Herkunft und Aussehen
Die Britisch Langhaar entstand aus der Britisch Kurzhaar. Nach den Weltkriegen wurden unter anderem Perserkatzen eingekreuzt, um den Bestand der Britisch Kurzhaar zu sichern. Dabei traten immer wieder langhaarige Jungtiere auf, aus denen sich später die eigenständige Rasse Britisch Langhaar entwickelte.
Mit ihrem kräftigen Körperbau, dem runden Kopf, den kleinen, weit auseinanderstehenden Ohren und den großen, ausdrucksstarken Augen wirkt die Britisch Langhaar besonders harmonisch. Ihr halblanges, dichtes Fell mit der weichen Unterwolle verleiht ihr ein ausgesprochen plüschiges Aussehen, ohne so pflegeintensiv zu sein wie das Fell einer Perserkatze. Die Britisch Langhaar gibt es in zahlreichen Farben und Zeichnungen – von klassischem Blau über Creme und Schwarz bis hin zu Colourpoint oder Silbervarianten.
Charakter
Britisch-Langhaar-Katzen sind ausgesprochen ruhige, freundliche und ausgeglichene Tiere. Sie bauen eine enge Bindung zu ihren Menschen auf und begleiten das Familienleben aufmerksam, ohne ständig im Mittelpunkt stehen zu wollen. Sie genießen Streicheleinheiten und gemeinsame Ruhephasen, entscheiden aber gerne selbst, wann ihnen nach Kuscheln ist.
Die intelligenten Katzen spielen gerne, besonders in jungen Jahren, sind aber deutlich weniger temperamentvoll als viele andere Rassen. Statt stundenlang durch die Wohnung zu toben, beobachten sie lieber das Geschehen oder entspannen an einem gemütlichen Lieblingsplatz. Sie gelten als geduldig und kommen meist gut mit Kindern, anderen Katzen und katzenfreundlichen Hunden zurecht. Auch für berufstätige Menschen kann ihre gelassene Art angenehm sein. Dennoch freut sich die Britisch Langhaar über einen passenden Artgenossen oder ausreichend Beschäftigung, wenn sie regelmäßig allein bleibt.
Pflege
Das halblange Fell benötigt etwas mehr Aufmerksamkeit als das der Britisch Kurzhaar. Ein- bis zweimal wöchentliches Bürsten reicht meist aus, um lose Haare zu entfernen und Verfilzungen vorzubeugen. Während des Fellwechsels sollte häufiger gebürstet werden.
Wie bei der Britisch Kurzhaar können auch bei der Britisch Langhaar erblich bedingte Erkrankungen wie die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) oder die polyzystische Nierenerkrankung (PKD) auftreten. Verantwortungsbewusste Züchter lassen ihre Zuchttiere entsprechend untersuchen und legen großen Wert auf gesunde Linien. Daher sollte man sein Britisch-Langhaar-Kätzchen nur bei einem seriösen und verantwortungsvollen Züchter kaufen.
Cornish Rex
lebendige Lockenköpfe mit großem Kuschelfaktor
Wer zum ersten Mal einer Cornish-Rex-Katze begegnet, bemerkt sofort ihr ungewöhnliches, gewelltes bis gelocktes Fell. Doch das auffällige Haarkleid ist längst nicht das Einzige, was diese Rasse besonders macht. Cornish Rex sind intelligente, temperamentvolle und ausgesprochen anhängliche Katzen, die gerne mitten im Familienleben stehen und viel Freude an gemeinsamer Beschäftigung haben.

Herkunft und Aussehen
Die Cornish Rex entstand in den 1950er Jahren im britischen Cornwall. Unter einem Wurf gewöhnlicher Bauernkatzen wurde zufällig ein Kater mit gelocktem Fell entdeckt, der anschließend für die Zucht weiterer Katzen mit gekräuseltem Haarkleid eingesetzt wurde. Seine Nachkommen wurden unter anderem mit Britisch Kurzhaar, Orientalisch Kurzhaar, Siamkatzen und Burmakatzen gekreuzt, um die Rasse weiterzuentwickeln. Bereits 1954 gelangten die ersten Cornish Rex in die USA, 1968 erfolgte die Anerkennung durch die FiFé.
Die Cornish Rex ist eine kleine bis mittelgroße Katze mit einem schlanken Körper und langen Beinen. Ihr keilförmiger Kopf, die lange Nase und die großen, hoch angesetzten Ohren verleihen ihr ein auffälliges, fast etwas exotisches Erscheinungsbild. Die mittelgroßen Augen sind oval. Besonders charakteristisch ist jedoch ihr gewelltes bis gelocktes Fell, das eng am Körper anliegt und eine weiche, plüschige Struktur besitzt. Es erinnert an das Fell eines Maulwurfs und wird daher gelegentlich als „Maulwurfsfell“ bezeichnet. Alle Fellfarben und Zeichnungen sind möglich.
Charakter
Cornish Rex sind ausgesprochen temperamentvolle und bewegungsfreudige Katzen. Sie besitzen eine enorme Sprungkraft und sind geschickte Kletterer. Auch ihre Intelligenz und Neugier machen sie zu unternehmungslustigen Mitbewohnern, die ihre Umgebung aufmerksam erkunden und immer wieder für Überraschungen sorgen.
Die anhänglichen Katzen lieben es, mit ihren Menschen zu spielen und lassen sich dabei sogar den einen oder anderen Trick beibringen. Gleichzeitig genießen sie ausgiebige Streicheleinheiten und bauen meist eine enge Beziehung zu ihren Menschen auf. Sie möchten gerne am Familienleben teilnehmen und sind daher nicht für ein Zuhause geeignet, in dem sie dauerhaft wenig Aufmerksamkeit und Beschäftigung bekommen.
Im Umgang mit anderen Haustieren zeigt sich die Cornish Rex meist friedfertig und unkompliziert. Sie kann gut als Wohnungskatze gehalten werden, solange sie ausreichend Platz, Spielmöglichkeiten und Klettermöglichkeiten hat. Freigang ist grundsätzlich möglich, allerdings sollte berücksichtigt werden, dass sie aufgrund ihres dünnen Fells vergleichsweise kälteempfindlich ist.
Pflege
Das dünne, eng anliegende Fell der Cornish Rex ist vergleichsweise pflegeleicht und bildet in der Regel keine Knoten. Gelegentliches, vorsichtiges Bürsten reicht normalerweise aus, um lose Haare und Verunreinigungen zu entfernen. Da das Fell empfindlich sein kann, sollte dafür eine Bürste mit möglichst weichen Borsten verwendet werden.
Aufgrund ihres temperamentvollen Wesens benötigt die Cornish Rex neben der Fellpflege vor allem ausreichend Beschäftigung und Aufmerksamkeit. Solange sie am Geschehen teilnehmen kann und genügend Möglichkeiten zum Spielen und Klettern hat, ist sie eine unkomplizierte und unterhaltsame Mitbewohnerin, die sich gut in das Familienleben einfügt.
Maine Coon
liebenswerte „sanfte Riesen“
Wer zum ersten Mal einer Maine-Coon-Katze begegnet, sieht sich einem sehr großen und kräftigen Tier gegenüber, sodass man eher an „Luchs“ als an „Katze“ denkt. Aber der imposante Eindruck täuscht: Maine-Coons sind sehr liebenswerte, freundliche und gesellige Katzen und gelten daher als „sanfte Riesen“.

Herkunft und Aussehen
Die Maine-Coon oder Amerikanische Waldkatze ist eine Naturrasse. Mit ihrem dichten, wasserabweisenden Pelz, dem buschigen Schwanz, den langen Haaren um Hals und Nacken sowie den dicht behaarten Ohren und Pfoten ist sie optimal an das raue, kalte Klima im nördlichen Amerika mit seinen schneereichen Wintern angepasst. Vermutet wird, dass sie auf europäische Katzen zurückgeht, die mit den Siedlern nach Amerika kamen.
Ursprünglich lebten Maine-Coons als „working cats“ auf den Höfen der europäischen Einwanderer an der Ostküste im US-Bundesstaat Maine, wo sie Mäuse und Ratten fernhalten sollten. Der zweite Teil des Namens bezieht sich anscheinend darauf, dass sie dem ebenfalls sehr pelzigen Waschbären mit seinem markanten Schwanz ähnlich sehen sollen (engl. Raccoon = Waschbär).
Charakter
Maine-Coons sind in mancher Hinsicht ihren Namensvettern ähnlich: Sie haben vergleichsweise wenig Probleme mit Wasser und spielen sogar damit. Zudem sind sie sehr „pfoten-orientiert“ und nehmen gerne das Futter mit der Pfote aus dem Napf, bevor sie es fressen. Auch sonst sind die intelligenten Tiere immer zu Scherzen aufgelegt. Sie können gut apportieren und haben eine Menge Spaß daran, Gegenstände zu verschleppen und zu verstecken. Ihre Menschen begleiten sie im Haus gerne überall hin und kommentieren dabei brabbelnd und mauzend mit ihren überraschend leisen Stimmen jede Aktion.
Die Maine-Coon schläft viel und kann daher auch einmal mehrere Stunden allein sein. Anschließend wird sie aber dafür sorgen, dass ihr Mensch sie nicht vergisst, und entsprechend Aufmerksamkeit einfordern. Trotz ihrer Anhänglichkeit ist die Maine-Coon keine reine Schmusekatze, sondern bewahrt sich ihre Unabhängigkeit. Sie ist eine hervorragende Jägerin, wenn man ihr Freigang gewährt, kann aber auch gut als reine Wohnungskatze gehalten werden, solange es viel zu spielen und ausreichend Platz gibt. Noch besser ist ein vierbeiniger Spielkamerad, mit dem sie die Wohnung unsicher machen kann. Mit anderen Katzen kommt die Maine-Coon gut aus, ebenso mit Hunden, vorausgesetzt, sie wurden von klein auf aneinander gewöhnt. Auch mit Kindern kommt sie in der Regel gut zurecht.
Pflege
Trotz ihres üppigen Fells braucht die Maine-Coon vergleichsweise wenig Pflege, sodass gelegentliches Bürsten normalerweise ausreicht. Nur während des Fellwechsels sollte regelmäßig gebürstet werden, damit die Katze nicht zu viele Haare aufnimmt.
Erbliche Krankheiten gibt es leider auch bei dieser Rasse, so zum Beispiel Herzmuskelerkrankungen oder Hüftgelenkdysplasie. Verantwortungsbewusste Züchter haben dies im Blick und wählen nur gesunde Tiere zur Zucht. Daher sollte man sein Maine-Coon-Kätzchen nur bei einem seriösen und verantwortungsvollen Züchter kaufen.
Ragdoll
gelassene und anhängliche Familienkatzen
Wer zum ersten Mal einer Ragdoll-Katze begegnet, ist schnell von ihrem entspannten Wesen und ihrem hübschen Aussehen angetan. Die großen, langhaarigen Katzen gelten als besonders freundlich und menschenbezogen und werden daher zunehmend beliebter. Trotz ihrer imposanten Größe sind Ragdolls ruhige und gutmütige Begleiter, die gerne am Familienleben teilnehmen.

Herkunft und Aussehen
Ragdolls (englisch für „Stoffpuppe“) sind große Katzen mit einem halblangen Fell und blauen Augen. Da Ragdolls Pointkatzen sind, werden sie weiß geboren und entwickeln ihre typischen Fellfarben erst im Lauf der Zeit. Typisch sind die dunkle Gesichtsmaske und die dunklen Ohren sowie die dunkleren Beine, Pfoten und der Schwanz. Es gibt verschiedene Farbvarianten und Fellzeichnungen. Besonders auffällig sind außerdem die Halskrause und der lange, buschige Schwanz.
Entstanden ist die Ragdoll Anfang der 1960er Jahre in Kalifornien durch die Züchterin Ann Baker. Sie verpaarte eine Pointkatze mit einer weißen Langhaarkatze namens „Josephine“. Ihren Namen verdankt die Ragdoll der Beobachtung, dass sich manche Tiere beim Hochnehmen vollkommen entspannen und dabei wie eine schlaffe Stoffpuppe „hängen lassen“. Frühere Vermutungen, dies würde auf eine verringerte Schmerzempfindlichkeit der Katzen hinweisen, haben sich allerdings nicht bestätigt.
Charakter
Ragdolls sind anhängliche und menschenbezogene Tiere. Ihr freundliches, gutmütiges Wesen und ihr ruhiges Temperament machen sie zu geeigneten Familienkatzen, die meist auch mit Kindern gut zurechtkommen. Sie verstehen sich in der Regel gut mit anderen Katzen und mit freundlichen Hunden, wenn sie von klein auf aneinander gewöhnt wurden.
Trotz ihres ruhigen Wesens sind Ragdolls intelligente Katzen, die gerne spielen und immer wieder neue Ideen aushecken. Sie sind gerne mitten im Geschehen und folgen ihren Menschen durch die Wohnung, damit ihnen nichts Wichtiges entgeht. Dabei sind sie jedoch nicht aufdringlich, sondern beobachten das Familienleben häufig einfach aus nächster Nähe. Auch Fremden gegenüber zeigen sie sich meist zutraulich und offen. Im Vergleich zu manch anderen Katzenrassen sind Ragdolls zudem eher wenig „gesprächig“.
Ragdolls können gut als reine Wohnungskatzen gehalten werden, solange es in ihrem Zuhause ausreichend Beschäftigung gibt. Den ganzen Tag alleine zu bleiben, ist dagegen nichts für sie. Über einen passenden Artgenossen freuen sie sich ebenso wie über regelmäßigen Kontakt zu ihren Menschen. Durch ihren ruhigen Charakter und den eher mittleren Bewegungsdrang sollte allerdings auf ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung geachtet werden, da sie ansonsten leicht zu Übergewicht neigen können.
Pflege
Das halblange Fell der Ragdoll ist vergleichsweise pflegeleicht. Regelmäßiges Kämmen oder Bürsten, etwa einmal pro Woche, reicht normalerweise aus, um lose Haare zu entfernen und Verfilzungen vorzubeugen. Während des Fellwechsels kann häufigeres Bürsten sinnvoll sein.
Besonders wichtig ist eine ausgewogene Ernährung, da Ragdolls aufgrund ihres ruhigen Charakters und ihres mittleren Bewegungsdrangs zu Übergewicht neigen können. Als Fleischfresser benötigen Katzen eine Ernährung, die ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht und sie mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Wer auf der Suche nach einem friedlichen und anhänglichen Familienmitglied auf vier Samtpfoten ist, wird mit einer Ragdoll garantiert viel Freude haben.
Sphynx
außergewöhnliche Schmusekatzen mit großem Herz
Wer zum ersten Mal einer Sphynx begegnet, ist oft überrascht: Wo bei anderen Katzen ein dichtes Fell für ein flauschiges Erscheinungsbild sorgt, zeigt sich bei der Sphynx die Haut nahezu unverhüllt. Doch die auffällige Optik ist längst nicht das Einzige, was diese Rasse besonders macht. Sphynxkatzen sind ausgesprochen menschenbezogen, anhänglich und gesellig und suchen häufig die Nähe ihrer Menschen.

Herkunft und Aussehen
Die Sphynx ist eine relativ junge Katzenrasse. Ihre Geschichte begann in den 1960er-Jahren in Kanada, als durch eine natürliche Genmutation ein nahezu haarloses Kätzchen geboren wurde. Mit gezielter Zucht entwickelte sich daraus die heutige Sphynx. Das Fehlen eines normalen Haarkleides ist dabei kein Zeichen für eine Krankheit, sondern ein rassetypisches Merkmal.
Ganz haarlos sind Sphynxkatzen allerdings meist nicht: Ihre Haut ist von einem sehr feinen Flaum bedeckt, der sich fast wie Pfirsichhaut anfühlt. Typisch sind der schlanke, muskulöse Körper, der keilförmige Kopf, die großen Ohren und die auffällig großen, ausdrucksstarken Augen. Durch die fehlende Fellbedeckung kommen außerdem die Hautfalten und die ausgeprägte Muskulatur besonders gut zur Geltung. Die Haut kann verschiedene Farben und Zeichnungen zeigen, sodass Sphynxkatzen trotz fehlendem Fell sehr unterschiedlich aussehen können.
Charakter
Sphynxkatzen sind ausgesprochen kontaktfreudig und gehören zu den anhänglichsten Katzenrassen. Sie lieben die Gesellschaft ihrer Menschen und möchten am liebsten überall dabei sein. Viele Sphynx folgen ihrem Menschen durch die Wohnung, sitzen gerne auf der Schulter oder kuscheln sich unter die Decke. Dabei sind sie nicht nur verschmust, sondern auch neugierig, intelligent und verspielt.
Die geselligen Katzen bleiben nur ungern lange allein und profitieren daher besonders von der Gesellschaft eines Artgenossen. Auch mit anderen Katzen und katzenfreundlichen Hunden kommen sie meist gut zurecht, wenn sie von klein auf daran gewöhnt werden. Mit Kindern können sie ebenfalls gut zusammenleben, sofern diese respektvoll mit ihnen umgehen.
Durch ihren hohen Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf sollte es in ihrem Zuhause ausreichend Spielmöglichkeiten und Klettermöglichkeiten geben. Sphynxkatzen sind außerdem sehr neugierig und haben Freude daran, ihre Umgebung zu erkunden. Trotz ihrer lebhaften und manchmal etwas clownesken Art sind sie ausgesprochen liebevolle Begleiter, die viel Nähe und Aufmerksamkeit genießen.
Pflege
Auch wenn es zunächst so aussieht, als wäre eine Sphynx besonders pflegeleicht, benötigt ihre Haut regelmäßige Aufmerksamkeit. Da das Fell fehlt, das bei anderen Katzen Hautfett aufnimmt, kann sich dieses bei der Sphynx stärker auf der Haut ansammeln. Regelmäßiges vorsichtiges Reinigen kann daher notwendig sein. Auch die großen Ohren sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden.
Da das schützende Fell fehlt, reagieren Sphynxkatzen empfindlicher auf Kälte und direkte Sonneneinstrahlung. Sie sollten daher vor starker Sonne geschützt werden und benötigen bei kühleren Temperaturen einen warmen Rückzugsort. Auch bei der Sphynx können erblich bedingte Erkrankungen auftreten, unter anderem hypertrophe Kardiomyopathie (HCM). Verantwortungsbewusste Züchter lassen ihre Zuchttiere deshalb entsprechend untersuchen und achten auf eine sorgfältige Auswahl der Zuchtlinien. Daher sollte man sein Sphynx-Kätzchen nur bei einem seriösen und gesundheitsorientierten Züchter kaufen.


